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Rowenta Clean-It Compact im Test: Hilft der Waschsauger bei alten Sofaflecken?

Mann reinigt Flecken von einem hellen Sofa mit einem tragbaren Fleckenentferner im Wohnzimmer.
In diesem Artikel
  1. Ein tatsächlich kompaktes Design
  2. Bedienung und Pflege
  3. Reinigungsleistung des Rowenta Clean-It Compact
  4. Mein Eindruck vom Rowenta Clean-It Compact

Ein Waschsauger: Ist er geeignet, um einem alten Sofa wieder auf die Sprünge zu helfen? Und wie gut bewältigt er die kleinen Missgeschicke des Alltags? Genau das wollte ich im Test des Rowenta Clean-It Compact herausfinden.

Unter den vielen Nischen, die mein TikTok-Algorithmus mir ausspielt, wirken Videos über die Reinigung von Teppichen oder Fahrzeuginnenräumen wie ASMR, das mein Gehirn angenehm kitzelt. Als grosser Fan von Powerwash Simulator – einer Reinigungssimulation mit dem Kärcher – finde ich es überaus befriedigend, wenn Schmutz nach und nach verschwindet.

Nachdem ich unzählige Clips gesehen hatte, in denen Stoffe ihren ursprünglichen Glanz zurückerhalten, blickte ich mit anderen Augen auf mein Sofa: beinahe angeekelt und neidisch auf diese strahlend sauberen Textilien. Als Rowenta mir daraufhin einen Test des Clean-It Compact anbot, sagte ich sofort zu, obwohl dies nicht gerade mein Fachgebiet ist.

Rowenta bezeichnet das Gerät als „eine einfache und wirksame Lösung zum Entfernen von Flecken aus dem Alltag“. Es verbindet Saugleistung mit nassem Bürsten, um Flecken zu behandeln, und bleibt dabei kompakt genug, um unkompliziert verstaut zu werden. Zeit, seine Leistung zu überprüfen.

Ein tatsächlich kompaktes Design

Der Clean-It Pro wurde für einfaches Verstauen und Mitnehmen konzipiert. In seinem Gehäuse von 34 x 32,9 x 25 cm bringt er zwei Wassertanks – für Frisch- und Schmutzwasser –, die Elektronik, das Stromkabel sowie den Saugschlauch unter. Rollen gibt es keine, dafür einen Griff an der Oberseite und rückseitige Halterungen zum Aufwickeln von Netzkabel und Schlauch. Das ist grundsätzlich gut gelöst, doch eine automatische Kabelaufwicklung wie bei einem Bodenstaubsauger wäre praktischer gewesen. Gerade bei einem Gerät, das regelmässig transportiert werden soll, kann es schnell passieren, dass eine offenbar solide Kunststoffklemme einen Stoss abbekommt. Dank des oberen Griffs und eines Gewichts von weniger als 4 kg gestaltet sich der Transport allerdings ebenso unkompliziert wie das Verstauen. Wäre das Kabel im Inneren des Reinigers untergebracht, bliebe hinten zudem Platz, um die verschiedenen Aufsätze einzuhängen. So müssen sie separat aufbewahrt werden.

Mit einem 4 m langen Stromkabel und einem 1,65 m langen Schlauch muss man nicht direkt neben der Steckdose arbeiten, darf sich aber auch nicht allzu weit von ihr entfernen. Einige Konkurrenten bieten selbst in ähnlichen Preisklassen akkubetriebene Modelle an, die völlig unabhängig von einer Steckdose funktionieren. Beim Sofa stört mich das nicht, bei der Reinigung eines Fahrzeuginnenraums könnte es dagegen relevant sein.

Jeder Bestandteil des Clean-It Compact ist eindeutig gekennzeichnet. Die beiden Tanks tragen die Aufschriften „sauberes Wasser“ mit einem durchsichtigen Wassertropfen beziehungsweise „Schmutzwasser“ mit einem schwarzen Tropfen. Sie lassen sich nicht vertauschen – damit der schöne weisse Teppich nicht mit dem schlammigen Wasser von der vorherigen Autositze-Reinigung behandelt wird. Mittig neben dem Griff sitzt ein einzelner, wirklich nicht zu übersehender Einschaltknopf. Ebenso verständlich sind die Zubehörteile: Auf dem Knopf zum Wechseln des Aufsatzes findet sich die Kennzeichnung „Verriegelungssystem“ samt Schloss-Symbol. Das ist auch ohne Englischkenntnisse sofort klar.

Bedienung und Pflege

In der Praxis ist der Clean-It Compact kinderleicht zu bedienen. Den Frischwassertank mit seinem Griff herausnehmen, entsprechend der darauf angegebenen Markierungen füllen – und los geht es. Anschliessend den Tank wieder einklicken, einen passenden Kopf für die jeweilige Fläche anbringen, das Gerät anstecken, einschalten und beim Bürsten den Auslöser drücken, um das mit Reinigungsmittel versetzte Wasser aufzutragen. Rowenta legt dem Gerät übrigens 250 ml Reinigungsmittel bei. Es versteht sich von selbst: Man muss nicht stundenlang die Bedienungsanleitung studieren, denn der Clean-It Compact ist sofort einsatzbereit.

Wie bei Reinigungsgeräten üblich, sollte man zunächst an einer verdeckten oder wenig sichtbaren Stelle testen, ob der Stoff die Behandlung gut verträgt, bevor man die Mitte der Fläche bearbeitet. Ich konnte mehrere Materialien ausprobieren, darunter Leinen – die Drama-Queen unter den Textilien schlechthin –, und hatte dabei keinerlei Probleme.

Während der Reinigung ist das Gerät eben … ein Staubsauger. Einschliesslich der dazugehörigen Geräuschkulisse. Wer ihn abends nutzen möchte, während daneben Kinder schlafen oder die bessere Hälfte fernsieht, wird seine Pläne ändern müssen. Meine Katze reagiert beim Einschalten genauso wie bei meinem Staubsauger: Sie wirft diesem Teufelsgerät einen finsteren Blick zu und flüchtet unter das Bett. Zugegeben, sie übertreibt, doch ihre Empfindlichkeit vermittelt einen guten Eindruck vom Geräuschpegel. Immerhin dauert eine vollständige Reinigung einer kleinen Fläche nur einige Minuten.

Es wird empfohlen, das Gerät nach jeder Nutzung zu reinigen. Um herauszufinden, ob dieser Hinweis wirklich berechtigt ist, habe ich sorgfältig darauf geachtet, es NICHT zu tun. Spoiler: Der Rat war berechtigt. Nachdem ich essbare Rückstände aufgesaugt hatte, liess ich den Clean-It Compact etwa eine Woche lang in seiner Ecke stehen. Welch grossartiges Gefühl, Gott zu spielen und im Schmutzwassertank ein neues, schaumiges Ökosystem mit eigenem Willen zu erschaffen!

Irgendwann muss das Ganze natürlich doch gereinigt werden. Die Tanks lassen sich leicht entnehmen und mit Wasser säubern, dürfen jedoch nicht in den Geschirrspüler. Noch besser: Ein Aufsatz zum Reinigen des Schlauchs gehört ebenfalls dazu. Er wird angebracht, in den Frischwassertank getaucht und anschliessend startet man die Absaugung für einen 30-sekündigen Selbstreinigungsvorgang. Danach müssen die Tanks nur noch ausgespült und an der Luft getrocknet werden.

Eine kleine Einschränkung gibt es: Der Schmutzwassertank besitzt mehrere Ecken, die schwer erreichbar sein können, wenn sich darin Verunreinigungen festsetzen. Der Frischwassertank ist erfreulicherweise glatter gestaltet und lässt sich daher wesentlich gründlicher reinigen.

Reinigungsleistung des Rowenta Clean-It Compact

Wie bereits eingangs erwähnt, wollte ich vor allem herausfinden, wie gut der Clean-It Compact mein Leinen-Sofa reinigt. Seine Farbe ist durch die Sonne verblasst – was natürlich keine Reinigung beheben kann –, es ist durch mein stattliches Hinterteil abgenutzt und an mehreren Stellen fleckig. Auf einem Kissen befanden sich kleine Blutflecken von einer etwas zu beherzten Glatzenrasur, auf der Sitzfläche ein alter, verschmierter Essensfleck. Es handelte sich also um tief sitzende und schwierige Flecken.

Bevor ich mich direkt am Sofa versuchte und es womöglich bereute, prüfte ich den Rowenta-Waschsauger zunächst an einem kurzflorigen Teppichrest aus einem Geschäft. Darauf durfte ich mich austoben: Ich verschüttete Kaffee und verteilte Senf, Ketchup, Schlamm sowie Mascara. Damit alles ordentlich in die Fasern einziehen konnte, wartete ich rund zwanzig Minuten, bevor ich mit der Reinigung begann.

Der erste Durchgang liefert das eindrucksvollste Ergebnis. Schon ein einfacher Zug mit der nassen Bürste entfernt den Grossteil der Verschmutzung. Die Bürste löst die gröbsten Rückstände aus den Fasern, während die Absaugung sie verschwinden lässt – mit einem sehr überzeugenden Resultat. Um die meisten Flecken zu beseitigen, sind allerdings etwas Muskelkraft und mehrere Hin- und Herbewegungen erforderlich. Kaffee, Schlamm und Ketchup verschwanden, doch Mascara und Senf hatten Zeit, sich im Teppich festzusetzen. Nach dem Trocknen ist das Ergebnis verblüffend, allerdings lassen sich die zuvor verschmutzten Bereiche noch erkennen, wenn man mit der Nase ganz nahe herangeht. Nach einem zweiten Durchgang ist die Katastrophe beinahe nicht mehr wahrnehmbar.

Apropos Trocknung: Die Saugleistung von bis zu 11,5 kPa oder 400 W nimmt bei Weitem nicht die gesamte Feuchtigkeit aus dem Stoff auf. In diesem grauen Dezember brauchten der Teppich und mein Sofa bei 19 bis 20 Grad in meiner Wohnung mehrere Stunden, um vollständig zu trocknen. Beim Sofa stellte ich die Polster sogar nahe an die Heizung, um den Vorgang zu beschleunigen. Dennoch dauerte es mehr als vier Stunden, bis ich mich wieder daraufsetzen konnte.

Und mein Sofa nach der Reinigung? Ich muss zugeben, dass mich das Resultat positiv überrascht hat. Bei alten, tief sitzenden Flecken rechnete ich nicht mit Wundern, doch die Sitzfläche konnte deutlich gerettet werden. Der Farbton erhielt durch die Reinigung selbstverständlich nicht wieder seinen ursprünglichen Glanz zurück, aber das war zu erwarten. Der Stoff wirkt jedoch sichtbar sauberer, wodurch die Abnutzung weniger auffällt – während ein feuchtes Tuch und Seife zuvor gescheitert waren.

Das Ergebnis ist dennoch erneut weit von Perfektion entfernt. Die Blutflecken etwa wurden nicht einmal abgeschwächt.

Der letzte, nicht minder wichtige Versuch galt einem alten Polster. Sie kennen dieses Kissen, das man „für alle Fälle“ aufbewahrt und das gelbe Ränder trägt – eine Mischung aus Schweiss und Talg. Auch hier sassen die Spuren tief im Material, und selbst mehrere Durchgänge konnten sie nicht beseitigen. Sie wurden allenfalls leicht gemildert, mehr nicht. Ein Bad in Natriumpercarbonat und eine Runde in der Waschmaschine waren letztlich deutlich wirksamer – und ökologischer als Reinigungsmittel.

Mein Eindruck vom Rowenta Clean-It Compact

Der grösste Vorteil des Rowenta Clean-It Compact steckt bereits in seiner Bezeichnung: Er ist ein kleiner Waschsauger. Er muss weder im Keller noch in der Garage untergebracht werden; ein einfacher Schrank oder der Platz auf einem Kasten genügt für sein kompaktes Format.

Bei der Reinigungsleistung muss ich anerkennen, dass er frische Flecken gut entfernt – egal, ob sie flüssig, breiig oder fest sind. Die Kombination aus Reinigungsmittel und Absaugung beseitigt Missgeschicke des Alltags rasch. Für Haushalte mit einem Kind, einem Haustier oder beidem kann das einen echten Unterschied machen. Zumal 130 Euro – während des Black Friday war er sogar für 99 € zu sehen – keine übermässig hohe Investition sind.

Wer hingegen zu lange wartet, erhält mit diesem Gerät keinen Ersatz für eine professionelle Reinigung: Eingetrocknete und tief sitzende Flecken widerstehen ihm. Ja, selbst so kurz vor Weihnachten gibt es keine Wunder.

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Martin Kogler

Martin Kogler ist vielseitiger Fachautor und Berater mit langjähriger Erfahrung in Handwerk, Haushalt, Technik und praktischen Alltagslösungen. Als echter Allrounder interessiert er sich besonders für nachhaltige Reparaturen, smarte Werkzeuge und Tipps, die das Leben daheim einfacher und effizienter machen.

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